Modul 2: Die Daten auf dem Lebensweg

Datum:Montag, 09.11.2015
Zeit:

13:30 - 15:00 Modul 2: Daten auf dem Lebensweg

15:00 - 15:30 Pause

15:30 - 17:00 Fortsetzung Modul 2

Ort:Volkshaus Zürich, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich
Referent/-in:Niklaus Stettler, Mara Hellstern
Sprache:Deutsch
Hinweis:Die Teilnehmer/-innen werden gebeten nach Möglichkeit einen Laptop für die praktischen Übungen mitzubringen
Beschreibung

Forschungsdaten zur Verfügung stellen impliziert verschiedene Aktionen, die in diesem Modul im Einzelnen angeschaut werden sollen. Im Zentrum stehen diejenigen Massnahmen, die in das Tätigkeitsfeld der Data Librarian gehören. Es sind dies:

  • die Infrastruktur für die Verzeichnung und Speicherung der Forschungsdaten
  • die Metadaten zur Beschreibung der Forschungsdaten, um diese auffinden zu können
  • die Prozeduren zur Erhaltung der Nutzbarkeit über eine lange Zeit (Langzeitarchivierung)

In einem ersten Schritt wird eine mögliche Architektur einer Forschungsdatenplattform vorgestellt. Am Beispiel der Plattform von openresearchdata.ch lernen die Teilnehmenden die Katalogfunktion der Plattform kennen und erkennen, dass der Katalog der Plattform allein aufgrund der Diversität der Forschungsdaten aus unterschiedlichen Disziplinen diese nur in beschränktem Masse zu beschreiben vermag, die Detailbeschreibung hingegen disziplinspezifisch zu erfolgen hat. Die Teilnehmenden lernen, dass die Verwaltung der Forschungsdaten arbeitsteilig in Kooperation von Data Librarians und Forschenden erfolgen muss.

In einem zweiten Schritt setzen sich die Teilnehmenden mit den spezifischen Anforderungen zur Beschreibung der Forschungsdaten auseinander. Das Schwergewicht liegt auf Standards, die den ersten Zugang zu Forschungsdaten unterschiedlicher Disziplinen gewährleisten können. Darüber hinaus wird gezeigt, dass die Detailbeschreibung für unterschiedliche Forschungsdaten spezifisch zu erfolgen hat und im Allgemeinen von Datenmanagern der einzelnen Disziplinen vorgenommen werden muss. In Übungen werden die Teilnehmenden sich der Bedeutung der Metadaten für die Auffindbarkeit und Nutzbarhaltung bewusst und werden mit den gängigen Standards zur Beschreibung von Forschungsdaten vertraut gemacht.

Nicht alle, aber doch viele Forschungsdaten sollen nicht nur 10 sondern 50 oder 100 Jahre zur Verfügung gestellt werden. Die Teilnehmenden werden mit den Grundprinzipien der digitalen Langzeitarchivierung vertraut gemacht und sich insbesondere bewusst, welche herausragende Bedeutung den Metadaten auch für die Langzeiterhaltung zukommt. Sie werden in die Lage versetzt, zu beurteilen, ob spezifische Datensets in die Zukunft transportiert werden können und wo die Grenzen der Langzeitarchivierung liegen.

Lernziele
  • Die Teilnehmenden sind mit der Architektur von Plattformen zur Verwaltung von Forschungsdaten vertraut und erkennen, welche Funktionen eine solche übernehmen kann. Sie wissen, wie eine Plattform aufgebaut sein muss, um den spezifischen Anforderungen zur Beschreibung von Forschungsdaten gerecht zu werden.
  • Sie wissen um die Bedeutung der Metadaten für die Auffindbarkeit und für die Nutzung (Verständlichkeit) der Forschungsdaten und sind sich der Problematik der fachspezifischen Nutzbarhaltung von Forschungsdaten bewusst.
  • Sie kennen einzelne Standards zur Beschreibung von Forschungsdaten in einer generischen Forschungsdatenplattform.
  • Sie sind sich bewusst, dass Forschungsdaten im Laufe des Lebenszyklus eventuell verändert werden müssen und sind in der Lage zu erkennen, welche Forschungsdaten langfristig erhalten werden können und wo die Grenzen der digitalen Langzeitarchivierung sind.
Über die Referenten

Prof. Dr. Niklaus Stettler ist Professor für Records Management und Archivierung und Leiter des Schweizerischen Instituts für Informationswissenschaften (SII) der HTW Chur. Er befasst sich in Lehre, Forschung und Dienstleistungsprojekten mit der Konzeption und Umsetzung von Records & Information Management Programmen in kleinen und mittleren Organisationen.

Mara Hellstern ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) der HTW Chur und war davor in diversen Informationseinrichtungen tätig. Heute engagiert sie sich in den Bereichen Semantic Web, Linked Open Data sowie Usability Engineering und ist in ihrer Funktion als Projektmitarbeiterin unter anderem an den SUK-P2 Forschungsprojekten linked.swissbib.ch und Train2Dacar beteiligt.

 
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